LZG-Akademie

Weiterbildung „Musik schafft Beziehung“

Eine berufsbegleitende Fortbildung zur Musikgeragogin/zum Musikgeragogen mit dem Schwerpunkt Demenz 

Musik kann Menschen verbinden. Kaum etwas rührt uns Menschen emotional so sehr an wie Musik. Wo Worte ihren Weg nicht mehr finden, kann Musik ein Schlüssel zur Seele sein. Musik verbindet Menschen aller Sprachen, aller Kulturen und jeden Alters. Musik spielt seit Bestehen der Menschheit durch alle Zeiten und Kulturen hindurch eine herausragende Rolle.

Sie begleitet den Menschen von der Geburt bis zu seinem Lebensende und gehört zu den ursprünglichsten zwischenmenschlichen Ausdrucksformen. Oft wird sie daher auch als die Sprache der Seele bezeichnet.

In der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen kann Musik viele unterschiedliche Funktionen haben: Sie kann aktivieren oder beruhigen, Kommunikation ermöglichen, die kulturelle und emotionale Teilhabe am Leben stärken oder beim Sterben begleiten. Die berufsbegleitende Fortbildung „Musik schafft Beziehung“ stellt diese vielfältigen Möglichkeiten vor. Als theoretischer Hintergrund dient der Ansatz der Musikgeragogik. Dieser möchte Erfahrungsräume inszenieren, die in der musikalischen Biografie der Beteiligten verankert sind. Denn jeder Mensch hat seine eigene, individuelle musikalische Biografie.

Die Fortbildung schließt mit dem Zertifikat „Musikgeragogin/Musikgeragoge“ der Fachhochschule Münster ab und wird von der LZG-Akademie der Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz gGmbH in Kooperation mit dem Referat Weiterbildung am Fachbereich Sozialwesen der Fachhochschule Münster und der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz angeboten.

Ziel / Zielgruppe

Die in sieben Blöcken aufgeteilte berufsbegleitende Weiterbildung "Musik schafft Beziehungen" hat zum Ziel, ein breites Spektrum unterschiedlicher Zugangswege zu Menschen mit Demenz durch das Medium Musik aufzuzeigen und zu vermitteln. Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Durchführbarkeit im Setting Pflege. 

Sie richtet sich an Menschen, die in der ambulanten, stationären oder teilstationären Pflege sowie in der Sozialen Arbeit oder Musikpädagogik tätig sind. Die intergenerative Arbeit oder Chorarbeit wird zudem berücksichtigt. Eine musikalische Vorbildung und einschlägige Berufserfahrungen sollten vorhanden sein.

Zertifikatsbedingungen

Für den Abschluss der Weiterbildung mit einem Hochschulzertifikat der FH Münster müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Die Teilnehmenden verfügen über einen Hochschulabschluss oder eine abgeschlossene 3-jährige Pflegeausbildung oder andere Fachausbildung (bspw. Ergotherapie, Musikpädagogik) mit praktischer Berufserfahrung. Während der Weiterbildung wird ein Musikprojekt in der Praxis durchgeführt, sowie am Ende der Fortbildung eine Abschlussarbeit (Facharbeit) angefertigt und ein Kolloquium abgehalten. 

Präsenzkräften nach SGB VI § 87b ohne Hochschulabschluss und Pflegeausbildung ist eine Teilnahme ohne Abschlussarbeit und Prüfung möglich, sie erhalten eine Teilnahmebestätigung. Zur Feststellung der Aufnahmevoraussetzungen bitten wir um eine Kurzbewerbung mit beruflichem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben per Mail an info[at]lzg-akademie-rlp.de

Arbeitsschwerpunkte

Alle Fortbildungsinhalte berücksichtigen das Schwerpunktthema Demenz.

Grundlagen der Musikgeragogik

  • Demografische Entwicklung und Alterstheorien
  • Institutionen musikgeragogischer Bildung
  • Musiklernen im Alter (Theorien der Musikgeragogik)
  • Praxisprojekte
  • Altersbedingte Beeinträchtigungen und Musizieren
  • Musikgeragogische Orientierungen und Haltungen

Exemplarische Musikpraxis

  • Singen, Liedbegleitung
  • Intergeneratives Arbeiten
  • Ensemblespiel
  • Instrumentalspiel (Veeh-Harfe)
  • Musik und Bewegung (Sitztänze)
  • Improvisation
  • Verklanglichung
  • Einfaches Selbstbauen von Instrumenten
  • Musikhören
  • Musik und palliative Begleitung
  • Malen und Musik

Vernetzung und positive Selbstpräsentation

  • Bewerbung des eigenen musikgeragogischen Angebotes